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Nach meinen "persönlichen
Song-Zeitreisen" zurück in die Jahre 1981- 84 zu den Songs und
Texten der Alben
„Für usszeschnigge“, |
| 1986 |
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"Ahl Männer, aalglatt" (1986)
"Die mittlerweile doch schon reichlich zerfledderten Illustrierten (die ich sicherheitshalber doch noch kurz vor der Abfahrt aus Köln in Köln eingepackt hatte) durchblätternd, fällt mir auf, daß ich diesen unmerkwürdigen vierzigsten deutschen Zusammenbruchs-Gedenktag ja noch gar nicht gebührend verarbeitet habe. Die Sache mit Helmuts Händchenhalterei in Verdun steht auch noch aus, Bitburg sowieso und in mein winziges gelbes Stichwortheftchen hatte ich schon zu "zehnten-Juni-Zeiten" was von wegen "Ahl Männer, aalglatt" geschrieben." Wolfgang Niedecken im Beiheft zum "Ahl Männer,aalglatt"-Album
"Dieses Stück hier ist für die Herrschaften, die sich pausenlos in Verdun zum Beispiel treffen und Händchen halten oder in Bitburg SS-Gräber besichtigen müssen. Wir haben uns etwas leicht vertan, als wir die LP auch noch so genannt haben. Eigentlich können wir das nicht auf die alten Männer beschränken, es sind auch die jungen "Schleimscheißer" gemeint. Und spätestens seit "Maggy von der Insel" zugange ist, muß man die auch mit einschließen. Also, ein Stück gegen die konservative Geisterbahn, die sich weltpolitisch bemerkbar macht." Wolfgang Niedecken auf einem Open-Air in Konstanz am 7.6.1986
"Das ... Stück ... ist eins, was den Herrschaften gewidmet ist, die immer meinen, daß, wenn sie irgendwo an Kriegsgräbern ihren Kranz niederlegen, ihre Streifen glattstreichen, oder in Verdun Händchen halten oder in Bitburg der SS die Aufwartung machen, damit könnte man Wählerstimmen gewinnen. Dies ist ein Stück für Heinrich Böll und gegen die alten Männer, die "alten Affen"
Wolfgang Niedecken auf dem Rockpalast-Konzert
1986 in der "Grugahalle" in Essen
„Ahl Männer, aalglatt“ bei „Wetten, dass …?“(15.02.1986)
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"Lisa" (1986)
"Diese Nummer hat einen sehr einfachen Inhalt. ... Es ist fast so einfach wie bei der "Sesamstraße" die Nummer mit einem vollen Glas und einem leeren Glas. Es geht um die zwei Begriffe normal und unnormal. ... Die Idee zu dem Stück kam, als ich ein Foto gefunden habe in der Zeitung von fünf netten Familienvätern, die ... Granaten im Arm wiegten und sich damit ganz stolz hatten fotografieren lassen. Das waren Herren von der Rüstungsfirma "Rheinmetall" und die waren sehr stolz darauf und waren anscheinend sehr "normal", während die Frau, die mir kurze Zeit vorher etwas von sich erzählt hatte, halt wahrscheinlich sehr "unnormal" gewesen sein muß." Wolfgang Niedecken auf dem Rockpalast-Konzert 1986 in der "Grugahalle" in Essen
"Dies ist eigentlich ein ziemlich einfaches Stück. Da hat sich jemand ... mehreres geleistet, was nicht unbedingt unter die Rubrik "normal" paßt. Diese Geschichte wäre mir fast nicht mehr eingefallen – die hat man mir während der letzten Tour hier in der Nähe in Ravensburg erzählt. Sie ist mir wieder eingefallen als ich diese fünf netten Familienväter auf einem Foto in einer Zeitung gesehen habe. Die "Jungs" waren von der Firma "Rheinmetall", und die hatten ganz stolz Raketen im Arm und posierten wahrscheinlich gerade für dieses Werbefoto. Es stellte sich halt die Frage: Wer gehört eigentlich hinter diese Backsteinmauern?" Wolfgang Niedecken auf einem Open-Air in Konstanz am 7.6.1986
„Sie muss eine eigentümlich interessante Frau gewesen sein, diese Lisa. Dabei hieß sie nicht einmal Lisa. Wolfgang Niedecken hat sie so genannt, nachdem ihm 1984 in der Ravensburger Gastwirtschaft „Räuberhöhle“ jemand die Geschichte eines Mädchens erzählt hatte, das in einer Welt voller „normaler“ Leute überhaupt nicht klarkam und daran zerbrach.“
Widerstandspreis der „Freunde der Räuberhöhle“ geht an Wolfgang Niedecken
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